Mit der Baumpatenschaft für eine Flatterulme am Franzosenfeld setzt die Schützenkompanie Lienz ein sichtbares Zeichen für Frieden, Erinnerung und neues Leben. Der Baum wurde bewusst an dem Ort gepflanzt, an dem sich im Tiroler Freiheitskampf von 1809 blutige Auseinandersetzungen ereigneten.
Am 3. August 1809 kam es zwischen den französischen Truppen unter General Rusca und den Tiroler Freiheitskämpfern zu heftigen Gefechten. Ihren tragischen Höhepunkt fanden die Kämpfe am 8. Dezember 1809 auf dem heutigen Franzosenfeld. Historisch gilt dieses Gefecht als das letzte große Aufeinandertreffen des Tiroler Freiheitskampfes. Die gefallenen Tiroler, Bayern, Italiener und Franzosen wurden anschließend in einem gemeinsamen Massengrab bestattet.
„Wir wollten an einem Ort, der von Krieg und Leid geprägt ist und an die Opfer vergangener Konflikte erinnert, ein sichtbares Zeichen für Frieden und Leben setzen“, erklärt Major Alexander Kirchstätter, Bataillonskommandant des Lienzer Talbodens und Hauptmann der Schützenkompanie Lienz.
Dabei fiel die Wahl auf eine für den Standort besonders gut geeignete Flatterulme (Ulmus laevis). Die heimische und besonders klimafitte Baumart kann bis zu 250 Jahre alt werden und steht sinnbildlich für Beständigkeit, Wachstum und Zukunft.
Die Pflanzung erfolgte im Rahmen des Baumpatenschaftsprogramms der Stadt Lienz, das im Herbst 2021 startete. Bis heute wurden bereits 135 Baumpatenschaften übernommen. Mit einem Beitrag von derzeit 350 Euro können Bürgerinnen und Bürger, Vereine oder Unternehmen die Pflanzung eines Baumes ermöglichen. Die Motive reichen von Geburten und Hochzeiten bis hin zu Jubiläen oder dem Wunsch, die Stadt nachhaltiger und lebenswerter zu gestalten.
Mit rund 3.000 Stadtbäumen zählt Lienz bereits heute zu den grünsten Städten Tirols. Das Baumpatenschaftsprogramm trägt dazu bei, diesen Weg konsequent fortzusetzen.